Home Traditionelle Naturheilkunde Was ist ein Nahrungsmittel, was ist ein Lebensmittel

Was ist ein Nahrungsmittel, was ist ein Lebensmittel

von Kim Salzgeber

Naturbelassene Vollwerternährung mit regionalen Bioprodukten

Liebe Leserinnen und Leser, da ich mich in nächster Zeit vermehrt mit dem Thema Kneipp auseinandersetzen
werde, dachte ich mir, lasse ich Sie daran teilhaben. Zum Jahresstart möchte ich mit Überlegungen zum Thema „Nahrungsund Lebensmittel“ beginnen.

Die Unterscheidung von Nahrungsmitteln und Lebensmitteln mag auf den ersten Blick kleinkariert erscheinen. Schaut man aber über den Tellerrand hinaus, zum Beispiel nach Italien, so gibt es hier noch die Unterscheidung in „viveri“ Lebensmittel (vivere = leben) und „alimentari“ Nahrungsmittel (alimentare = ernähren). Schon Mitte der fünfziger Jahre nutzten auf Ernährung spezialisierte Ärzte wie Prof. Kollath oder Dr. Bircher-Benner diese Unterscheidung. Und gerade im Bereich der Vollwerternährung wird sie noch immer gemacht.

Lebensmittel sind demnach „lebendige Nahrung“. Sie können noch sprossen und keimen und enthalten alle Vitalstoffe. Zu den Vitalstoffen gehören fett- und wasserlösliche Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Enzyme, ungesättigte Fettsäuren sowie Aroma- und Faserstoffe. Fehlt auch nur ein Vitamin, kann es zu Stoffwechselstörungen kommen. Dabei ist es wichtig, dass diese Lebensmittel naturbelassen und nicht verarbeitet, also erhitzt, konserviert, präpariert
oder anderweitig verändert, sind. Denn schon durch das Erhitzen auf mehr als 43 ˚C werden Enzyme und Vitamine zerstört und die Eiweißstruktur verändert sich – sie denaturiert.

Nahrungsmittel hingegen dienen rein der Nährstoffzufuhr, sie sind nicht mehr lebendig. Bei Tieren werden sie auch als Futtermittel bezeichnet. Ein schönes Beispiel hierfür ist der Zucker – vor allem der Fabrikzucker, unter dem man alle industriell hergestellten Zuckerarten (weißer und brauner Zucker, Traubenzucker, Ahornsirup, Agavendicksaft, Roh-Rohrzucker usw.) versteht. Sie sind Konzentrate, die völlig frei von Vitalstoffen sind. Vor 150 Jahren lag der Verzehr davon bei 5 g pro Tag, heute sind es 150 g pro Tag (das sind im Jahr pro Person ca. 55 kg Zucker!). Zur Verstoffwechselung des Industriezuckers benötigt der menschliche Organismus aber Vitamin B1 und Calcium, die dieser
selbst jedoch nicht enthält. Das Vitamin B1 und das Calcium müssen daher aus den Depots des Körpers geholt werden, was auf lange Sicht hin zu Skeletterkrankungen führen kann – unabhängig davon, wie ungesund so viel Industriezucker
sowieso schon ist.

Achten Sie also bei der Zusammenstellung und Zubereitung Ihrer Ernährung auf naturbelassene Lebensmittel – optimal sind regional angebaute Bioprodukte – und essen Sie diese auch ruhig häufiger als Rohkost. •

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