Home Fitness Schatzkiste Naturmedizin

Schatzkiste Naturmedizin

von redaktion

Die heilenden Kräfte nützen

Die traditionelle europäische Phytotherapie geriet durch die Industrialisierung und die Naturwissenschaften etwas ins Abseits. Trotzdem sind pflanzliche Arzneimittel immer wieder Gegenstand von wissenschaftlichen Studien, um ihre Wirksamkeit zu belegen.

Arzneien aus Heilpflanzen enthalten neben Stoffen, die direkt zur Wirkung beitragen, noch weitere natürliche Bestandteile, welche zum Beispiel die Stabilität oder Bioverfügbarkeit positiv beeinflussen. Die Phytotherapie hat außer in Europa vor allem in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und im indischen Ayurveda große Bedeutung. Ein gutes Beispiel dafür, wie sich zwischen Kulturen und Nationen die Welt der Pflanzenheilkunde zunehmend vereint, ist ein Extrakt aus der ursprünglich in China und in der Mongolei heimischen Tragantwurzel (Astragalus mongholicus). Die Pflanze wird mittlerweile auch in Bayern angebaut und bei Pollenallergie angewendet.

„Pflanzliche Drogen“
Arzneien aus rohen oder zubereiteten Pflanzenteilen heißen in der Pharmazie „Pflanzliche Drogen“. Diese werden frisch oder als Tee, Saft, Tinktur, Extrakt, Pulver oder Ätherisches Öl eingesetzt. In der Phytotherapie kommen nur ganze Pflanzen oder Pflanzenteile wie Blüten, Blätter, Samen, Rinden und Wurzeln zum Einsatz und keine isolierten Einzelstoffe. Die Inhaltsstoffe unterliegen dabei natürlichen Schwankungen, die von Klima und Standort, sowie Methode und Zeitpunkt der Ernte beeinflusst werden. Zubereitungen aus Heilpflanzen können durch die Herstellung und Lagerung im Gehalt an Inhaltsstoffen variieren. Bei der Herstellung ist deshalb die Standardisierung der Ausgangsstoffe und Produktionsmethoden wichtig.

Entdeckung der Schwedenkräuter
Eine in Europa schon lange eingesetzte Heilpflanzenkombination ist die Schwedenkräuter-Tinktur, auch Schwedenbitter genannt. Ihr Ursprung liegt nach Ansicht verschiedener Quellen in einem Rezept des schwedischen Mediziners Dr. Claus Samst, der im 17. Jahrhundert lebte. Andere Quellen schreiben die Kräutermischung dem Arzt Urban Hjärne (1641-1724) zu, der Leibarzt des schwedischen Königshauses war. Die in der Tinktur enthaltenen Bitterstoffe steigern die Magen- und Gallensaftsekretion, sind appetitanregend, verdauungsfördernd und können das Immunsystem stärken. Äußerlich wird sie unter anderem bei Gelenk- und Muskelschmerzen und Nagelbettentzündungen verwendet.

Die Welt der heimischen Heilpflanzen
In Deutschland und Österreich gibt es rund 500 Heilpflanzen. Etwa 30 Prozent davon werden angebaut und 70 Prozent wild gesammelt. Häufig in der Natur zu finden sind Brennnessel, Kamille, Löwenzahn, Mariendistel und Spitzwegerich, seltener hingegen Christrose, gelber Enzian, Edelweiß und Wundklee. Auch teilweise extrem starke Gifte – wie sie der Frauenschuh, der Rote Fingerhut und die Tollkirsche enthalten – werden verdünnt, in Kombinationsmitteln oder homöopathisch eingesetzt. •

Ähnliche Beiträge

Hinterlasse einen Kommentar