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La Cucina Sarda

von redaktion

Sardinien: Insel des guten Geschmacks

Wohl kaum jemand, der nach Sardinien kommt, kann sich dem Bann und der einmaligen Atmosphäre der Insel entziehen. Ein buntes Bild an Farben prägt bereits die ersten Eindrücke: Blau und Grün in allen Schattierungen stehen für das sardische Meer und seinen Himmel, Weiß und Grau für endlose Strände, Grün-Gelb-Braun für die faszinierende Landschaft, Grau-Rosa-Schwarz-Silber für ein Meer aus Steinen, ein schmutziges Weiß für riesige Schafherden, ein kräftiges Rot für Korkeichenstämme. Hinzu kommt ein Meer von Gerüchen und Düften: Myrte, Rosmarin und Thymian, mediterrane Macchia und Lorbeer.

Sardinien ist anders: Strände wie in der Karibik, die höchsten Dünen – bei Piscinas im Südwesten der Insel – und der tiefste Canyon Europas, die Gola di Gorropu in den Bergen des Gennargentu, eine geheimnisumwitterte Vergangenheit, die archaischsten Feste und die ursprünglichsten Traditionen. Ein Land voll Geschichte, voll von sich anziehenden Gegensätzen und Widersprüchen, eine Insel voller Farben und voller Aromen, mit authentischer Küche und spannenden Weinen. Sardinien ist eine Insel, die mehr bietet als einen bloßen Urlaub. Die zweitgrößte Insel des Mittelmeers ist über das Tyrrhenische Meer nur 202 Kilometer vom italienischen Festland getrennt. Von Tunesien im Süden trennen die Insel gar nur 184 Kilometer. Im Norden liegt Korsika in Sichtweite, nur zwölf Kilometer entfernt und durch die Straße von Bonifacio getrennt. Mit 1,65 Millionen Einwohnern und 68 Einwohnern pro Quadratkilometer ist Sardinien sehr dünn besiedelt. Ein knappes Drittel der Bevölkerung lebt in der Provinz Cagliari.

Hirten & Bauern, Fischer & Touristen
Sardinien ist heute nicht mehr die Insel der Hirten und Bauern wie noch vor wenigen Jahrzehnten. Aber mit fünf Millionen Schafen spielt die Viehzucht nach wie vor eine große Rolle. Die eigentlichen Einwohner Sardiniens sind ja die Schafe. So lange sind sie schon auf der Insel, dass sich die sardische Rasse fast bis auf die hier lebenden Mufflons zurückverfolgen lässt. Die Pecora sarda liefert bestes Fleisch und ausgezeichneten Käse. Die Hälfte des italienischen Schafskäses wird in Sardinien produziert. Zu den traditionellen Zuchttieren gehören auch die sardische Bergziege und die Rinderrasse Bue rosso aus dem Montiferru.

A fogu lentu – auf kleiner Flamme
Die Küche Sardiniens verkörpert in ihrer Tradition eine Philosophie der Einfachheit, der Unverfälschtheit und der Bodenständigkeit. In ihren Ursprüngen ist sie sparsam, bescheiden und genügsam. Bei den Grundprodukten aber kommt eine großartige Vielfalt von Geschmack und Intensität zum Ausdruck. Denken wir nur an die Würze des Pecorino sardo oder an den Duft frischen Brotes, die hausgemachte Pasta und das zarte, am offenen Feuer gegrillte Lammfleisch. Bis vor einem halben Jahrhundert war in Sardinien vor allem der Hunger zu Hause. Dieser wurde mit einfachen Gerichten, vor allem auf der Basis von Hülsenfrüchten und Getreide, gestillt. Die lange Periode an Armut hat bei den Sarden ein geradezu rituelles Verhältnis zum Essen hervorgerufen, das an die oberste Stelle das Teilen stellt. Jedes Essen im Haus wird geteilt, immer und überall und mit jedem, der dazu stößt. Das ist wohl auch das Geheimnis der sardischen Gastfreundschaft, die keine Grenzen kennt. Wer einmal bei einer sardischen Familie zum Essen oder zum Spuntino, einer lang anhaltenden, üppigen Jause auf dem Land, eingeladen ist, der kommt aus dem Staunen in Anbetracht der Vielfalt der angebotenen Spezialitäten nicht mehr heraus. •


Inspirierende Rezeptideen aus Sardinien

Orata alla Vernaccia di Oristano

Goldbrasse mit Vernaccia di Oristano


Fregula con crostacei

Fregula mit Krustentieren
von Renzo Corona


Culurgiones di patate e pecorino

Gefüllte Teigtaschen mit Kartoffeln und Schafskäse


Buchtipp: La Cucina Sarda

Sardinien für Genießer

Christian Verlag
Hardcover, Format 22,5 x 27,1 cm
320 Seiten, ca. 140 Farbfotos
ISBN 978-3-95961-290-6
D 39,99 €, A 44,89 €
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Sie ist die zweitgrößte Insel im Mittelmeer und für viele Italiens schönste: Sardinien. Beliebt wegen des azurblauen Meers, den weißsandigen Stränden, dem urwüchsigen Landesinneren und der fantastischen Küche. Für alle, denen die Zeit zum nächsten Urlaub zu lang wird, ist das Buch ein wahrer kulinarischer Lückenfüller: Die fotografische Rundreise entlang der Küste Sardiniens und durch das Landesinnere wird von 85 Originalrezepten begleitet. Traditionelle Gerichte stoßen auf neue Interpretationen und spiegeln so die kulinarische Vielfalt Sardiniens wider. Buon appetito!

FOTOGRAFIE UDO BERNHART

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