Home Allergien & Nahrungsmittelunverträglichkeiten Die Histamin-Intoleranz

Wenn das Fass überläuft

Es hat doch alles so gut geschmeckt. Aber auf einmal fühlt man sich nach dem Genuss von Käse, Salami, reifen Tomaten oder Rotwein krank. Nicht wenige Menschen sind davon – mehr oder weniger – immer wieder betroffen und doch wissen viele nicht woher das kommt. Die Ursache dafür ist häufig eine Histamin-Intoleranz, auch Histaminose genannt.

Histamin findet sich überall im Pflanzen- und Tierreich. Auch der menschliche Körper produziert dieses Gewebehormon, das als Neurotransmitter fungiert und bei der Abwehr körperfremder Stoffe behilflich ist. Abgebaut wird das Histamin dann wieder durch die körpereigenen Enzyme Diaminoxidase (DAO) und N-Methyltransferase. Nimmt der Körper jedoch zu viel Histamin auf und/oder kann er diese Mengen nicht ausreichend abbauen, dann können „allergische Reaktionen“, wie Niesen, migräneähnliche Kopfschmerzen, Hautrötungen, Nesselausschlag, Juckreiz, Durchfall, eventuell Herzrhythmusstörungen und sogar anaphylaktische Schockreaktionen auftreten. Auch Stress und Infektionen können begünstigende Auslösefaktoren sein.

Die Ursache herausfinden
Im Unterschied zu einer Allergie ist bei einer Histamin-Intoleranz das Immunsystem nicht beteiligt. Nur durch einen speziellen Bluttest lässt sich eine Histaminose eindeutig feststellen. Zum Herausfinden der Ursache kann auch eine Eliminationsdiät, das ist der zeitweilige Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel, sehr gut helfen. Besteht nur ein zeitweiliger Überschuss an Histamin, kann unter Umständen eine zwei bis vier Wochen dauernde Vermeidung bestimmter Speisen schon alleine wieder zu einem natürlichen Gleichgewicht zwischen Aufnahme und Abbau von Histamin im Körper führen.

Lange Lagerung erhöht Histamin-Gehalt
Je nach Sorte, Reifungsgrad, Lagerdauer und Haltbarmachung von Lebensmitteln schwankt der Histamin-Gehalt von Nahrungsmitteln sehr stark. Produkte mit einer Konzentration unter 5 mg/kg gelten als histaminarm. Weißweine, leichte Rotweine, pasteurisierte Milch und frische Lebensmittel enthalten kaum Histamin. Fangfrischer Fisch ist sogar frei von Histamin. Doch über die Weiterverarbeitung von Lebensmitteln wie zum Beispiel salzen, räuchern oder konservieren, durch Gärungs- und Reifungsprozesse, bakterielle Verunreinigungen und lange Lagerung steigt der Histamin-Gehalt in der Nahrung aber oft gefährlich hoch an.

Behandlung der Histaminose
Auch an sich histaminarme Nahrungsmittel wie beispielsweise Schokolade oder Nüsse können die körpereigene Histamin-Ausschüttung anregen und so eine Histaminose hervorrufen. Histamin kann weder durch Kochen, Braten, Backen oder Einfrieren aus Lebensmitteln entfernt werden. Einige Arzneimittel wie zum Beispiel Aspirin oder vergleichbare Präparate können den Histaminspiegel erhöhen und sind daher von Betroffenen zu meiden. Die Behandlung einer Histaminose ist durch die Vermeidung von histaminhaltigen Nahrungsmitteln, die Einnahme von Antihistaminika und/oder die Einnahme des Enzyms DAO jedoch relativ einfach. Für eine persönliche
Beratung wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder kommen Sie zu uns in die Apotheke, wir helfen Ihnen gerne.

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