Home Traditionelle Naturheilkunde Nach der Grippe wieder voll durchstarten

Nach der Grippe wieder voll durchstarten

von Kim Salzgeber

„Es ist ganz gesund, mal ein wenig krank zu sein.“

Zwar liegt der Schriftsteller Alexander Roda Roda mit dieser Meinung nicht falsch, da das Immunsystem dabei trainiert wird, aber noch wichtiger als das „Kranksein“ ist die damit verbundene Pause und die Zeit, die man sich danach zum Wiederaufbau der Abwehrkräfte gönnen sollte. Auch wenn man sich schon wieder einsatzbereit fühlt, braucht der Körper doch noch ein wenig Unterstützung und Zeit, um wieder zur gewohnten Form zurückzufinden.

Das Lymphsystem, das einen wichtigen – oft unterschätzten – Teil unseres Immunsystems bildet, wird während einer Erkrankung in besonderem Maß gefordert. Es ist zuständig für den Abtransport von Fremdpartikeln und krankhaften Zellen sowie für den Flüssigkeitstransport – fast wie eine Kläranlage. Gerade in der sogenannten Rekonvaleszenz-Zeit nach Infekten lohnt es sich ganz besonders, das Lymphsystem zu unterstützen, da es während der Erkrankung vermehrt „arbeiten“ musste. Das gelingt mit ganz einfachen Maßnahmen wie körperliche Bewegung an der frischen Luft, ausreichendem Trinken (Wasser und ungesüßten Tee) und einer abwechslungs- und vitaminreichen gesunden Ernährung. Unterstützend wirkt eine manuelle Lymphdrainage entlastend und positiv auf das Lymphsystem ein, um den Stoffwechsel zu regenerieren und den Körper frühlingsfit zu machen.

Darm & Lymphsystem sind verbunden
Eine gesunde Ernährung ist deshalb auch sehr bedeutsam, da der Darm in direktem Zusammenhang mit dem Lymphsystem steht. Er gibt aufgenommene Nährstoffe und Fette direkt in das Lymphsystem ab. Zudem sind in der Darmschleimhaut die Peyer-Plaques beheimatet (eine Ansammlung von Lymphozyten), die für die Bildung von Abwehrzellen zuständig sind. Ist der Darm nach einer überstandenen Krankheit geschwächt oder durch Entzündungen, Fäulnisbakterien oder Pilze gereizt, dann vermindert sich seine Leistungsfähigkeit für die Lymphreinigung. Der Zustand des Darms lässt sich durch eine Stuhluntersuchung feststellen, bei der die Zusammensetzung der vorhandenen Bakterienkulturen und Entzündungs-Marker bestimmt werden. Je nach Ergebnis, können dann weitere unterstützende Maßnahmen eingeleitet werden, wie zum Beispiel die Gabe von ausgewählten Probiotika oder die Erstellung von individuellen Ernährungsplänen. Weiterhin sollten auch die Energiespeicher des Körpers wieder aufgefüllt werden, was über Infusionen mit Vitaminen und Mineralstoffen erfolgen kann. Bei Bedarf bietet sich noch eine sanfte Unterstützung des Nervensystems an, um mit dem Alltagsstress besser umgehen zu können. •

Unterscheidung von Grippe und grippalem Infekt

GrippeGrippaler Infekt
KrankheitsbeginnSchlagartigSchleichend
FieberHohes Fieber (39-40 Grad), SchüttelfrostErhöhte Temperatur
HustenTrockener Husten, schmerzhaftHustenreiz
SchnupfenSeltenTypisch
Kopf-/GliederschmerzenStark ausgeprägtLeicht, leichte Mattigkeit der Glieder
HalsbeschwerdenStark (schluckbeschwerden)Häufig leichtes Kratzen im Hals
AbgeschlagenheitStark ausgeprägtLeicht
Krankheitsdauer14 Tage bis 3 Wochen1-2 Wochen

„Im Frühjahr ist die Zeit, zu welcher der Körper eine ordentliche innere Reinigung von allen, während des langen Winters angesammelten schädlichen Stoffen ganz besonders gebrauchen kann.“

Pfarrer sebastian Kneipp

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